Kellerkinder essen Bio

In den vergangenen drei Wochen waren wir vertretungsweise Mitglieder einer Food Coop. Das heisst Freunde von uns sind dort Mitglied und während ihres Urlaubs durften wir das ganze mal testen. Prima, aber um was geht es eigentlich?
RA254798 foodcoopDas System ist folgendes: Eine Gruppe von Personen tut sich zusammen und sucht einen gemeinsamen Kellerraum. In diesem Raum stehen Regale und Kühlschränke. Einmal in der Woche bekommt dieser Keller eine Lieferung von einem nahegelegenen Biobauernhof. Die Lieferung enthält Obst und Gemüse der Saison, sowie Fleisch und Milchprodukte von Tieren aus eigener Haltung. Gegen einen Festen Monatsbeitrag dürfen die Mitglieder der Food Cooperation sich jede Woche eine vorgegebene Menge an Lebensmitteln aus dem Keller holen. RA254799 foodcoopNeben der Monatlichen Beiträge sollte jedes Mitglied sich auch anderweitig in der Food Coop engagieren (z.B. annehmen und einsortieren der Lieferungen o.ä.).
Nachdem wir Gelegenheit hatten dieses System zu testen stellte sich für uns natürlich die Frage ob wir in Zukunft an einem solchen System teilnehmen möchten oder nicht.

Wir haben uns also gefragt was daran gut ist und was uns nicht so gut gefallen hat.

Die Positiven Aspekte:

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  • Wir konnten im Prinzip jederzeit in den Keller fahren, d.h. wir waren unabhängig von Ladenöffnungszeiten
  • Wir haben frische Lebensmittel, direkt vom Erzeuger, bekommen
  • Die Lebensmittel entstehen in einer biologisch dynamischen Landwirtschaft
  • Der Hof befindet sich im Hamburger Umland
  • Man entwickelt wieder ein Bewusstsein für Saisongemüse
  • Man teilt sich die Organisation, Lagerhaltung, …
  • Die Lebensmittel sind „wie aus dem eigenen Garten“ und sie schmecken so wie man sich das vorstellt (und nicht wie vom Discounter oder so).
  • Es kommt sicher mehr frisches Obst und Gemüse auf den Tisch als ohne Biokeller – man muss/will die Lebensmittel ja auch verwerten.

Die negativen Aspekte

  • Ist man Mitglied hat man natürlich auch eine Abnahmepflicht, d.h. man zahlt jeden Monat einen festen Preis, egal ob man die Lebensmittel benötigt oder nicht.
  • Samstags wurde die Ware geliefert. Wenn man erst am Donnerstag kommt ist kaum noch eine vernünftige Auswahl vorhanden – also man muss eigentlich in den ersten 2-3 Tagen nach der Lieferung seine Ware abholen.
  • Vorab ist nur sehr bedingt bekannt was in den Keller geliefert wird. Es lässt sich also nicht gut damit planen.
  • Die „Mitgliedsgebühr“ liegt bei 150€/Monat. für das Geld kann man auch hochwertige Biolebensmittel im Supermarkt kaufen und zwar jeden Tag und auf die aktuellen Bedürfnisse und Gelüste abgestimmt.
  • Trotz Bio-Keller bleibt der normale Einkauf nicht aus (jedenfalls bei uns nicht) denn oft fehlt das Eine oder Andere um ein bestimmtes Gericht zu bereiten.

Fazit

Die Idee ist Prima und den Zwang mit dem zu Leben/Kochen was der Biohof liefert kann man wirklich aushalten. Für uns hat sich jedoch gezeigt, dass eine Integration in unseren Tages/Wochenablauf nicht ohne weiteres Gelingt und das wir mehr Einfluss auf die Wahl der Lebensmittel, deren Umfang und Verfügbarkeit haben wollen. Wir hatten vor einiger Zeit schon einmal eine Sortimentskiste vom Gut Wulksfelde im Abo. Auch Angebote wie die grüne kiste scheinen eher mit unseren Bedüfnissen zusammen zu treffen. Nachbarn von uns nutzen auch einen solchen Dienst. Vermutlich werden wir uns mit denen Abstimmen und dann gemeinsam eine Mini-Food-Coop machen.
Sollte das nicht klappen, so bietet Eimsbüttel auch ausreichend Infrastruktur um die gewünschten Bioprodukte direkt im entsprechenden Supermarkt zu beziehen.
Wenn man sich für Bio-Lebensmittel interessiert gibt es jedenfalls ausreichend Angebote – sicher nicht nur in Eimsbüttel!

An diesem Tage...

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